Jede zehnte Familie in Frankreich ist eine Patchworkfamilie, und trotzdem tun fast alle Stammbaum-Vorlagen so, als gäbe es sie nicht. Diese Anleitung zeigt, Fall für Fall, wie man jede Situation sauber darstellt: ohne Durchstreichen, ohne Geisterfelder und ohne jemandem wehzutun.

Das Prinzip, das 90 % der Fälle löst

Trennen Sie zwei Dinge, die starre Vorlagen ständig vermischen:

  • Die Abstammung (wer die Eltern von wem sind): Sie ändert sich nie, weder durch eine Trennung noch durch eine Wiederverheiratung.
  • Die Beziehungen (wer mit wem zusammen ist oder war): Davon kann es mehrere pro Person geben, jede mit ihrer eigenen Linie.

Ein korrekter Stammbaum zeichnet ALLE Beziehungen und bindet jedes Kind an die Linie SEINER beiden Eltern an. Alles Weitere ergibt sich daraus.

Fall 1: Getrennte Eltern, kein neuer Partner

Optisch ändert sich nichts: Beide Eltern bleiben nebeneinander, ihre Verbindungslinie kann gestrichelt dargestellt werden (oder mit den Jahreszahlen: „2005–2018“), die Kinder hängen an dieser Linie. Die Trennung ist eine Information über die Beziehung, keine Amputation des Stammbaums.

Fall 2: Ein Stiefelternteil kommt hinzu

Der neue Partner erhält sein Feld NEBEN dem leiblichen Elternteil, verbunden durch eine neue Linie. Der andere Elternteil behält genau seinen Platz. Das Kind bleibt an die Linie seiner beiden Eltern angebunden – der Stiefelternteil ist sichtbar da, ohne dass die Abstammung umgeschrieben wird. Möchte das Kind die emotionale Bindung kennzeichnen, tut eine Notiz im Feld („aufgewachsen bei …“) das hervorragend.

Fall 3: Halbbruder und Halbschwester

Das ist DER Fall, an dem Papiervorlagen scheitern. Die Regel: Jedes Kind hängt an der Verbindungslinie seiner eigenen Eltern. Die Kinder aus der ersten Beziehung hängen an der ersten Linie, die aus der zweiten Beziehung an der zweiten Linie – derselbe gemeinsame Elternteil, zwei verschiedene Anbindungen. Auf einen Blick sieht man, wer welche Eltern teilt.

Fall 4: Adoption

Das adoptierte Kind wird mit seinen Adoptiveltern durch eine andere Art von Linie verbunden (lang gestrichelt oder mit einer Notiz versehen). Wenn die Familie es wünscht und die Geschichte es zulässt, können die leiblichen Eltern an anderer Stelle im Stammbaum mit einer zweiten Verbindung erscheinen: Der Baum akzeptiert beide Wahrheiten. Das ist eine Entscheidung der Familie, keine Frage der Zeichnung; die Zeichnung selbst kann alles darstellen.

Fall 5: Mehrere aufeinanderfolgende Wiederverheiratungen

Drei Beziehungen für dieselbe Person? Sie behält IHR Feld; die erste Beziehung wird rechts von ihr eingezeichnet, die zweite links, die dritte wird über eine dezente, das Feld umgehende Linie verbunden. Ahnenforscher begegnen diesem Fall bei fast jeder Verwitwung im 19. Jahrhundert: Er ist normal, keine Ausnahme.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

  • Einen Elternteil löschen, weil er abwesend ist: Der Stammbaum zeigt die Abstammung, nicht das Sorgerecht.
  • Den Stiefelternteil „an der Stelle“ des anderen Elternteils einsetzen: eine Quelle der Verwirrung für die Kinder und die nachfolgenden Generationen.
  • Geschwister und Halbgeschwister verwechseln, indem man alle Kinder an dieselbe Linie anbindet.
  • Auf den „ordentlichen“ Stammbaum warten: Eine Patchworkfamilie IST ordentlich; es war nur die Vorlage, die zu klein war.

Und wie zeichnet man das nun konkret?

Auf Papier: großzügig planen und mit Bleistift schreiben. Online wendet der Feuillane-Editor diese Konventionen automatisch an: mehrere Beziehungen pro Person, Halbgeschwister an der richtigen Linie angebunden, Adoption gestrichelt dargestellt, und bei jeder Änderung eine automatische Neuanordnung, auch für den Fall „Ich habe das Kind an die falsche Beziehung angebunden“, der sich in zwei Klicks korrigieren lässt, ohne irgendetwas neu zeichnen zu müssen.

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